Im Vorfeld der Feier anlässlich des 70-jährigen Bestehens des
Truppenübungsplatzes Baumholder, erinnerte man sich an das Vorkommen
des
in früheren Jahrhunderten europaweit begehrten Elefantenjaspis auf
dem Truppenübungsplatzgelände.
Mit
Unterstützung der Truppenübungsplatzkommandantur wurde 1995 erstmalig
wieder gezielt nach den historischen Achat- und Jaspisfundstellen
gesucht. Anhand der damals gewonnenen Erkenntnissen und den
Beschreibungen in alten Veröffentlichungen ( FERBER 1776), machten
sich im Frühsommer dieses Jahres, Bedienstete der
Truppenübungsplatz- Kommandantur auf die erneute Suche nach diesem
ehemals so wertvollen Jaspis. Die Suche fand im heutigen Zielgebiet
des Truppenübungsplatzes in der Nähe der Wüstung Mambächel statt. In
einer Tiefe von ca. 6 Metern stieß man dort auf die gesuchte
Quarzvarietät. Nur wenige Brocken konnten geborgen werden. Diese
wurden anlässlich der im Rahmen des o.g. Jubiläums stattgefundenen
Mineralien-Ausstellung, neben Achaten und Kristallstufen von den
Fundorten auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, dem Publikum
erstmals präsentiert.
Der aktuell gefundene Elefantenjaspis, war stets begleitet von
massivem, schneeweißen und rötlich-weißen Baryt. Die Größe der zur
weiteren Bearbeitung geeigneten eigentlichen Jaspisbereiche, war
somit abhängig vom umhüllenden, bzw. eingelagerten Baryt.
Der Jaspis selbst ist honiggelb bis dunkelbraun gefärbt mit
eingelagerten schwarzen Hämatitarealen. Sein Aussehen gleiche somit
dem von Elefantenhaut.
Der
Meininger Herzog Anton Ulrich (1687 – 1783)
Er wird von Historikern beschrieben als äußerst gebildetes Oberhaupt
des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Schon in jungen Jahren führten ihn
längere Reisen in die Zentren der europäischen kulturellen Zentren
die ihn in seinem späteren Leben letztendlich zu einem großen
Förderer von Kunst und Kultur werden ließen. Seine Liebe zu
Edelsteinen und Mineralien trieben ihn dazu, eine sehr beachtliche
Sammlung zusammenzutragen. Vorrangig suchte er nach Mineralien und
Steinen, die sich bearbeiten also, schneiden, schleifen und polieren
ließen. Bearbeitete Achate und Jaspise aus der Saar-Nahe-Region
fanden somit einen Platz in den herzoglichen Sammlervitrinen. Dabei
viele Exponate von den Fundstellen um Idar-Oberstein und aus den
Achat- und Jaspisgruben auf dem heutigen Truppenübungsplatzgelände.
Neben Drusen und Kristallstufen auch Dosen aus Jaspis und Achat ,
auch einige aus dem seltenen sog. Elefantenjaspis.*
Nach dem Erliegen der professionellen Achatsuche im hiesigen
Raum ging das Interesse an dieser Jaspisart verloren. So ist es
verständlich, dass kaum mehr Kenntnisse über das Vorkommen und den
Fundorte des Elefantenjaspis bei den heutigen Sammlern anzutreffen
sind. Die Lage mitten im Zielgebiet des Truppenübungsplatzes trug
mit dazu bei.
Ich darf hier nochmals betonen und
darauf hinweisen, dass für Unbefugte das Betreten des
Truppenübungsplatzes strengstens verboten ist und in keinster Weise
geduldet wird. Zuwiderhandlungen werden mittlerweile sofort zur
Anzeige gebracht.
*
Empfohlene Literatur:
Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg; Schleusingen.
Veröffentlichungen Band 10 / 1995 - R.
Schmidt, Suhl Seiten 87 – 120 Die Schmucksteinsammlung des Meininger
Herzogs Anton Ulrich