Auf der Suche nach einem neuen Grabungsfeld erinnerten sich die
Mitglieder des Mineralienvereins Freisen an die Funde in der Region
der Verbandsgemeinde Baumholder aus früheren Jahren.
Die Erfahrungen der
letzten Aktionen ließen uns davon ausgehen, dass solch eine Fülle an
außerordentlich attraktiven Achaten wie in den früheren Jahren heute
nicht wieder zu finden sein dürfte. Trotzdem machten sich einige
Mitglieder an die Planung einer neuen Grabungsaktion. Bei der Suche
nach einer viel versprechenden Stelle hatten sie das Gelände vor
Augen und stützten sich auf die jahrzehntelangen Beobachtungen und
Erfahrungen der älteren Vereinsmitglieder. Dies alles floss mit in
die Planungen ein und man legte sich nach kurzer Beratung recht
schnell auf einen Grabungsort fest. Der Entscheid fiel auf eine
Region, wo vor Jahren von Vereinskollegen im Spätsommer und Herbst
auf den umgepflügten Äckern immer wieder tolle Achatfunde gemacht
werden konnten. Und da das was oben zu finden ist ja von unten
kommt,…..eigentlich sollten wir fündig werden....
Wie viele der früher intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen,
liegen diese Felder seit Jahren brach und wurden als Weideland, bzw.
als Wiese zur Grünfuttergewinnung genutzt. Nach Einholung der
Grabungserlaubnis bei dem Eigentümer des von uns ausgesuchten
Fleckens, konnten wir also beginnen.
In den vergangenen Jahrzehnten hatten sich Sträucher, Hecken und
Bäume ihren angestammten Lebensraum wieder zurück erobert, so dass
es vor Grabungsbeginn erst einmal galt sich einen Weg durch das
dicht gewachsene Unterholz und Gestrüpp zu bahnen. Anfang August,
bei Temperaturen jenseits der 30°C, kein wirkliches Vergnügen.
Was für uns eine schweißtreibende Angelegenheit darstellte, war
jedoch für den eingesetzten Bagger ein leichtes Werk. Innerhalb
kurzer Zeit hatte er den Grabungsort erreicht und in knapp 2 Stunden
war eine Fläche von 25 Quadratmetern ca. 2,5 Meter tief ausgehoben.
Schaufel für Schaufel durchsuchten wir sofort den anfallenden
Aushub. Dabei machte sich sehr schnell eine leichte Enttäuschung
unter uns breit - im Nachhinein beurteilt, dann doch eher übereilt
und unbegründet.
Der staubtrockene, sandige Aushub war nur schwach mit
Gesteinsbrocken durchsetzt – die schützende Hülle, die Mutter der so
heiß begehrten „Eier“, fehlte also weitgehend. Trotzdem ermunterten
uns vereinzelte Funde weiterzumachen. Und tatsächlich, in einer
Tiefe von ca. 2 Metern stieß die
Baggerschaufel auf das gesuchte, grünlich-graue Gestein. Krachend,
schabend und staubend, brachen die Schaufelzähne Stück für Stück aus
dem anstehenden, festen Gestein. Sehr schnell stießen wir auf die
ersten, im Muttergestein fest verwachsenen Geoden – wir hatten also
die richtige Tiefe erreicht, die Drusen führende Schicht lag vor
uns. Augenblicklich hellten sich unsere Mienen auf und der anfänglich
vorhandene Optimismus machte sich jetzt wieder breit. Nur, was hatte
die Gesteinsschicht für uns verborgen und was würde sie freigeben?
Frühere Baggeraktionen lehrten uns, dass, je weiter wir uns von
einem Hotspot entfernten, die Funddichte immer geringer wurde. Und
wir waren jetzt eigentlich sehr weit von einem solchen Geodennest
entfernt. Dazu gruben wir noch auf einem Bergrücken. Konnten wir mit
sog. Abrollern rechen? Eher weniger, denn im losen Aushub wurden wir
kaum fündig. – noch! Also galt es, sich weiter in das anstehende
Gestein zu arbeiten und dem Berg Stück für Stück an Gestein zu
entreißen. – immer in der Hoffnung, die ein oder andere heiß
begehrte Mandel zu finden. Nur, jetzt galt es Hammer, Meißel und
Brechstange, also Muskelkraft einzusetzen, denn den Hebelarmen des
Baggers waren in dieser Tiefe Grenzen gesetzt.
Trotz teilweise unerträglicher Hitze, verbrachten Vereinsmitglieder
in den folgenden Tagen etliche Stunden an und in der Grabungsstelle.
Im wahrsten Sinne des Wortes angestachelt von den unzähligen Stichen
blutsaugender Plagegeister und vorangetrieben von nunmehr
regelmäßigen größeren und kleineren „Grabungserfolgen“ trieben sie
die Kule immer weiter in die Tiefe. Bis nach einigen Tagen ein Punkt
erreicht war, wo jede weitere Mühe umsonst gewesen wäre. Die
Gesteinsschichten waren dermaßen zwickelartig ineinander verwachsen,
dass keine Chance mehr bestand, größere Gesteinsbrocken aus dem
gewachsenen Verbund zu lösen. Nach fast einer Woche wurden die
Arbeiten vernünftigerweise eingestellt und es ging wieder ans
Verfüllen des entstandenen Kraters.
Erstaunt und völlig überrascht waren wir, dass im ausgehobenen und
bei Beginn der Baggeraktion schon durchsuchten Material doch noch
zahlreiche Geoden versteckt waren. Fundstücke bis zu Fußballgröße
waren im ausgehobenen Erdreich verborgen. Wie konnte es sein, dass
wir diese Stücke schon bei Grabungsbeginn nicht entdeckten? Nun, an
Waldgeister und Gnome glaubt niemand mehr, also lag es sicherlich am
anfänglich noch ungeschärften Blick, dass uns diese Stücke beinahe
durch die Lappen gingen.
Resümierend kann man sagen, dass sich die Aktion trotz der wideren
klimatischen Umstände und der ständigen und lästigen Gesellschaft
„eifrig Injektionen setzender Flugobjekte“, vollauf gelohnt hatte.
Zwar war die Funddichte nicht entsprechend der früherer Aktionen in
diesem Fundgebiet, aber trotzdem fanden wieder wunderschön gefärbte
Achate den Weg in die Sammlervitrinen. Einige dieser Fundstücke sind
auch in unserem Mineralienmuseum zu besichtigen.