Der Steinbruch
Juchem, ein Paradies für Freunde der kleinen glitzernden Wunder der
Natur.
von
Hartmut Fuß
Ob
Hobby-Mineraloge oder Profi, der „Juchem“ ist schon seit Jahrzehnten
die prominenteste unter den Fundstellen in der Edelsteinregion
Idar-Oberstein. Hatten vor Jahrzehnten die Sammler die Qual
der Wahl, welchen Fundort sie in der „Edelsteinregion“ anfahren
sollten, so ist der Steinbruch Juchem heutzutage bekanntermaßen die
einzige Möglichkeit diesem äußerst interessanten Hobby nachzugehen.
Nur, die Art und
Weise des Sammelns, wie auf diesem Bild festgehalten, ist vorbei.
Das wilde und ungeschützte Umherirren auf dem Bruchgelände ist
passé. Auch Ballettschühchen und Petticoat gehören der Vergangenheit
an.
Damals war wohl wirklich alles ungezwungener, unaufgeregter und
unreglementierter. Die so oft zitierte Deutsche Gründlichkeit griff
also noch nicht; man führte die Sammler noch an der langen Leine.
Mittlerweile gehören solche Momentaufnahmen wie diese der
Vergangenheit an. Gesetze, Regeln und Auflagen, an die sich der
Steinbruchbetreiber unbedingt zu halten hat, stehen im Vordergrund.
Hohe Auflagen machen es der Firmenleitung der Fa. Juchem nicht
leicht, das Suchen zu erlauben – sicherlich eine Gratwanderung.
Die wenigen heute noch
aktiven einheimischen Sammler wissen sehr wohl, was Sie vor allem
den Herren B. Juchem und R. Juchem zu verdanken haben. Es ist am
Verhalten der ganz großen Mehrzahl der Sammler eindeutig zu
erkennen, dass sie unbedingt alles dazu beitragen wollen, dass ihnen
diese einzigartige Möglichkeit des Mineraliensammeln nicht entrissen
wird.
Dass der Verhaltenskodex ab und an mal einer schrägen
Eigeninterpretation unterzogen wird, ist ärgerlich, aber auch
kleine Kinder testen immer wieder mal ihre Grenzen. Und was dann
passierte, wissen wir ja alle noch aus Erfahrung.
Nicht mehr
lange, dann ist es auch in diesem Jahr wieder soweit: wie die Jahre
zuvor, wird der Steinbruch Juchem auch in diesem Jahr zu Ostern
wieder seine Pforten für uns Sammler öffnen.(Gegenteiliges ist bis
dto. nicht bekannt.)
Schon am
vergangenen Wochenende sollte interessierten Besuchern der
InternationalenAchatbörse Niederwörresbach, die
Möglichkeit gegeben werden, im Steinbruch Juchem auf Mineraliensuche
zu gehen. Leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Trotz herrlichem Sonnenschein, der nachts gefallene Schnee und die
frostigen Temperaturen erlaubten die Mineraliensuche nicht. Da die
„offizielle Eröffnung“ der Sammelsaison quasi vor der Tür steht,
hielt sich die Enttäuschung bei den wieder aus ganz Europa
angereisten Sammlern jedoch in Grenzen.
Am
Rande der Internationalen Achtbörse in Niederwörresbach bekam ich
diese Achate aus dem Steinbruch Juchem vorgestellt. Ein wahres
Prachtexemplar, welches von einer Sammlerin auf einer Halde als Teil
einer ehemals ca. handballgroßen Achat/Quarzmandel gefunden wurde
und vor dem Gang durch den alles zerstörenden Brecher gerettet
wurde.
Das Schleifen und Polieren konnte erst nach Durchführung eines
Fehlschnittes erfolgen.
Achate in dieser Größe und dieser Farbgebung stellen eine Seltenheit
dar. Offene Risse zeigt der Achat so gut wie keine – randständig
einen vernachlässigbar kleine Wachstumsstörung.
Größe: ca. 18 x
14 cm, mit einer lebhaften Zeichnung und in den selteneren zartroten
Pastellfarben.
Ein
kleineres Exemplar aus der gleichen Fundregion; Größe : ca. 7 x 3,5
x 4 cm
Ebenso vor
dem Zubiss der stählernen Mahlzähne gerettet, wurde dieser
unbeschädigte Calcit-Schwimmer. Größe ca. 35 x 20 x 15 cm.
Gefunden wurde dieses einmalige Stück von einem erfahrenen Sammler
in einer Kluft an einem der letzten Tage der Sammelsaison 2009,
kurz vor Toresschluss also. Leider konnte die recht tiefe Kluft
nicht weiter erforscht werden. Es war aber eher unwahrscheinlich,
dass sich noch mehr solcher sensationeller Prachtstücke in der
Felsspalte befanden. Die anderen, bis größere HS-Stücke, waren bei
weitem nicht so attraktiv: alle wiesen Anwachsstellen auf.
Von außen nicht
zu erahnen, welches Prachtstück nach dem Schneiden ans Tageslicht
kam:
Eine von den ganz wenigen unbeschädigt geborgenen Drusen aus der
Wasserfallregion.
Größe der Rauchquarzdruse ca. 18 x 12 x 10 cm (eine
Hälfte)
Bemerkenswerte Achate aus
dem Steinbruch Juchem, Fundregion Achatecke; dort sind seit Ende der
1990 Jahre keine Funde mehr möglich.