Im Zeitraum zwischen Ostern 2002 und Juli 2002 brachte die Fundregion
Feuerstelle bemerkenswerte Funde hervor.
Autor: Hartmut Fuß
Der Juchem-Baum
Im Mai 2002 bemerkte ein
Sammler einen ca. handballgroßen weißen Fleck in dem von Radladern, Raupen
und Baggern stark malträtierten Bodenbereich dieser Abbauregion. Eigentlich
ein Hinweis, dass dort etwas „Kalkiges“ zerstört / zermahlen wurde; also
auf den ersten Blick eigentlich uninteressant für Sammler. Trotzdem nahm ein
erfahrener Sammlerkollege diese Gebrösel genauer unter die Lupe und kratzte
die, den Splitterbereich umgebende sandige Erde, großräumig weg. Rasch
konnte man feststellen, dass sich hinter dem vermuteten kalkigen Gebrösel
mehr als nur Splitter einer kleineren Mandel versteckten. Sehr schnell kamen
die ersten Kristalle zutage; nicht lose in einem Hohlraum herum liegend,
sondern fest in einem Verbund verwachsen. Je weiter die Steinchen,
Kalkschalen und der Sand weggeräumt wurden, desto größer wurde die
Verwunderung und das Erstaunen darüber, was sich eigentlich unter diesem
Kalkfleck verbarg. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen sehr großen
Rauchquarzigel handelte, der den Drusenraum fast vollständig ausfüllte.
Die Druse hatten einen Durchmesser von ca. 90 cm., der Igel hatte die
Ausmaße: 70 x 50 x 40 cm.
Die dem Igel
gegenüberliegende Drusenwand besaß keinerlei Kristalle(!); an Calcit fand
sich ein winziger Einzelkristall, lose im kleinen, freien Drusenraum. Die
Drusenwand besaß einen dünnen, grau-blauen Achatrand.
Welcher sensationelle Fund dieser, schon durch seine Größe beeindruckende
Igel eigentlich darstellte, zeigte sich sodann nach dem ersten Schnitt.
Geschnitten wurde der
Klotz in der Schleiferei Dreher (Inh. S. Brunke) / Fischbach. Eine
Schleiferei, der Generationen von Sammlern seit vielen Jahrzehnten ihre
Fundstücke aus der Edelsteinregion um Idar-Oberstein zum Bearbeiten
anvertrauen.
Gleich der erste Schnitt
förderte ein sensationelles Bild zutage: eine Komposition aus Achat, Calcit
und Pseudomorphosen nach Aragonit bildeten die Umrisse eines Baumes.
Eingerahmt wurde das ganze von einem Kranz aus angeschnittenen rauchigen
Quarzkristallen. Größe des Stückes: 60 x 40 cm.
Wegen der Einzigartigkeit wurde dieser Fund einem breiten
Publikum zugänglich gemacht. So war er über Monate im Idar-Obersteiner
Heimatmuseum zu bewundern. Auch auf den Münchener Mineralientagen 2005 fand
er im Rahmen der damaligen Sonderausstellung "Achate", große Aufmerksamkeit
bei den Messerbesuchern.
Auf der
gleichen Abbauebene, einige Meter entfernt vom Fundort des
Juchem-Baums, wurde ich einige Wochen später, auf eine vergleichbare
Verfärbungen in der Bodenfläche aufmerksam. Auch dahinter versteckte
sich eine Druse (Durchmesser ca. 1m) im gelockerten Gestein. Diese
war jedoch durch die Sprengung fast vollkommen zerstört und in sich
zusammengefallen. So konnte ich nur Bruchstücke und Einzelkristalle
bergen. Die klaren Kristalle zeigten eine zartblaue Färbung. Sehr
interessant war hier jedoch der ca. 3 cm dicke Drusenmantel. Dieser
bestand aus intensiv dunkelrot gefärbtem Augenachat.
In der
anstehenden, ca. 5 m hohen Wand, stießen Sammler auf 3 Klüfte. Diese
erreichten eine Höhe von bis zu ca. 90 cm, eine Tiefe bis 80 cm und
eine Breite bis 1,5 m. Das Innenleben bestand größtenteils aus einem
kompakten Gemenge aus Quarz, Calcit und Achat.
Größere, frei
gewachsene Kristalle waren die große Seltenheit.
Als äußerst
interessant stellten sich die Randbereiche dieser Klüfte und die
zahlreichen Bruchstücke auf den Halden in Kluftnähe heraus:
wulstige, mit kleinen Rauchquarzkristallen bewachsene Bruchstücke
gaben nach dem Schneiden ihr Inneres Preis:
in farblosen
Quarz ragen Röhrenstrukturen, schalenartig aufgebaut, aus weiß
gefärbtem Achat Je nach Schnittführung zeigten sich Augen, oder
Röhrenachate.
Augenachate in dieser Art wurden noch nie im Steinbruch Juchem
gefunden und stellen somit eine absolute Seltenheit dar.