Rechts der Verbindungsstraße zwischen HERRSTEIN und FISCHBACH, gegenüber der Straßenabzweigung nach GERACH, liegt der Steinbruch der FA. JUCHEM & SÖHNE.
Der im Jahr1933 in Betrieb genommene Steinbruch ist bekannt für Funde außergewöhnlich
schöner Quarz-, Amethyst- und Rauchquarzdrusen. Viele dieser äußerst attraktiven Stücke
fanden den Weg in Privatsammlungen. Die Präsentation der Stufen und Drusen in Museen,
aber auch die Veröffentlichung der Fundberichte in der Fachliteratur, weckte das Interesse der
Mineraliensammler. Waren es anfänglich nur einheimische Sammler, die sich auf die Suche
nach den begehrten Stücken machten, so schlossen sich mit dem beginnenden Tourismus
immer mehr auswärtige Sammler der "Schatzsucher-Gemeinschaft" an.
Früher kaum beachtet wurden die, je nach Abbauregion mehr oder wenig häufig
vorkommenden Achatmandeln, man suchte ja nach Kristallen! Im Vergleich zu den Achaten
von den bekannten Achatfundstellen in der Saar-Nahe-Region ist die Mehrzahl der Juchem-Achate weniger farbintensiv. Jedoch bestechen sie durch ein äußerst abwechslungsreiches
Bild und eine kontrastreiche Zeichnung. Auch die Vergesellschaftung mit Amethyst und/oder
Rauchquarz machen diese Achate doch irgendwie einzigartig schön.
Die ehemals zentral gelegenen Drusen führenden Regionen sind inzwischen größtenteils
vollständig abgebaut. In den noch anstehenden Randzonen, bzw. Ausläufern (Hungerwand-,
bzw. Wasserfall-Region) dieser Schichten können nach einer Sprengung durchaus noch
ausgezeichnete Funde gemacht werden, und es kommen immer wieder sehr attraktive
Sammlungsstücke zum Vorschein.
In den letzten Jahren wurden neue Regionen erschlossen und der Abbau wurde in die oberen
Bruchbereiche ausgedehnt. Die Sprengungen förderten damals u.a. sehr schöne Rauchquarz-
und Amethystdrusen ans Tageslicht. Leider waren diese in stark verwittertem Gestein
verborgen, folglich war die äußere Hülle vieler Fundstücke mehr oder weniger stark
zerfressen und wirkten somit doch eher unansehnlich; oftmals waren auch nur Bruchstücke zu
finden. Die wenigen, in dieser Anfangsphase des Abbaus in der Region "Im Wald"
gefundenen Festungs-Achate bestachen durch ihre intensive Rotfärbung.
Je weiter der Abbau in den folgenden Monaten dort voranschritt, je weiter man sich also in
die Tiefe arbeitete, desto besser wurde die Qualität der Fundstücke. Die Mandeln erreichten
zwar nicht die Größe der in den vielen Jahren zuvor gefundenen Exemplare, jedoch waren die
Drusen nicht minder schön. Es dominierten Quarzdrusen in deren Drusenräumen sich oftmals
sehr attraktive Kanonenspat- und Blättercalcitgruppen in sand- und/oder orangenfarbenen
Farbnuancen befanden.
Die im linken Bruchbereich auf Acker-Niveau liegenden Schichten gaben in großer Zahl
wunderschöne, nicht mit dem "allgemeinen Juchem-Achat" vergleichbare Achat-Mandeln
frei. Durch die Nähe zur Oberfläche konnte auch hier Mutter Natur über Jahrmillionen
hinweg nach Belieben und ungestört walten. So waren viele dieser in der abgeschobenen
Ackerkrume, sowie in den direkt darunter liegenden obersten losen Gesteinsschichen
verborgenen Mandeln sehr stark verwittert und rissig.
Auch hier war wieder festzustellen, dass die tiefer gelegenen Schichten weniger, jedoch
rissfreiere Geoden und Drusen in sich bargen.
Was die Farben-Vielfalt der dort gefundenen Achate anbetrifft, so übersteigt sie die bis dto.
"Juchem-übliche" Achatfarbgebung.
Schon Anfang des Jahres 2001 ließ die Häufigkeit der guten Achatfunde merklich nach. Der
Abbau hatte Zonen erreicht, wo das Gestein nur sehr selten eine Mandel beherbergte.
Mit dem Ende der Sammelsaison 2001 endete die Abbautätigkeit in diesem Bruchbereich.
Unverhofft bescherte uns das Sammlerjahr 2005 nochmals eine Fundmöglichkeit für die
mittlerweile so heiß begehrten Exemplare aus der Achatecke.
Über einige Wochen hinweg, wurden die in den Jahren zuvor angehäufte Halden ( bestehend
aus oberflächlichem Material aus der Anfangsperiode des dortigen Abbaus) abgetragen und
durch Sieben, das lose Gestein und die Muttererde voneinander getrennt. Wieder kam eine
größere Menge an Achatmendeln zum Vorschein und weckte nochmals die Erinnerung an
diese mittlerweile legendäre Fundregion.
Mit Beginn der Sammelsaison 2002 hatte der "Juchem" für uns Sammler eine weitere
Überraschung parat, mit dem Abbau in der Fundregion "Feuerstelle" wurde begonnen. Auch
diese Abbauregion liegt im oberen Bruchbereich. Dort wurden Drusen in einer noch nie da
gewesenen Größe freigelegt. Das größte Exemplar hatte eine Breite von ca. 2 Mtr., eine Höhe
von 1 Mtr. und eine Tiefe sicherlich auch von einem Meter. Dieses Riesenexemplar befand
sich in der anstehenden Wand und wurde durch die Baggerschaufeln doch sehr ramponiert, so
dass nur Einzelteile vom Drusenmantel und Calcitbrocken geborgen werden konnten.
Bemerkenswert waren auch die großen, rosa-violett gefärbten Calcit-Kristalle. Meistens
handelt es sich bei den Kristallen um Bruchstücke, seltener waren Kristallflächen zu
erkennen.
Unbeschädigt dagegen war eine Druse die sich in
der Bodenfläche dieser Abbauregion befand. Auch die Tortur durch die
Armada der Steinbruchgerätschaften konnte dieser nichts anhaben. Diese
Druse -leicht blau gefärbt- hatte einen Durchmesser von ca.1 Meter und
beherbergte einen, den Drusenhohlraum fast völlig ausfüllenden Kristall-Igel. Nicht, dass das
Freilegen und Bergen dieses Stückes schon eine enorme Kraftanstrengung war, nein das gute
Stück musste ja noch den Berg runter. Gut zu wissen, dass man in solchen Fällen schon mal
mit der Hilfe des Aufsehers rechnen konnte. Der erwähnte "Igel" verbarg in seinem Innern die
eigentliche Sensation: nach dem Schneiden kam ein bisher so im Juchem noch nie
gefundener Achat zum Vorschein. Der Form nach zu urteilen, lag die Bezeichnung
"Baum" sehr nahe.
Die Feuerstellen-Region lieferte aber noch weitere bemerkenswerte Funde: obwohl fast alle
größeren Drusen beschädigt, bzw. nur noch Einzelteile zu finden waren, waren die
betreffenden Fundstücke von ausgesprochener Exklusivität. Erwähnt seien hier nur die sehr
interessanten Augen- und Röhrenachate. Bruchstücke von Drusenmanteln, die bei
entsprechender Schnittführung diese äußerst interessanten Bilder zeigten.
Andere Drusen-Mantel-Bruchstücke zeigten nach dem Schnitt wunderschöne, intensiv rot
gefärbte Achataugen.
Erstaunlicherweise recht häufig wurde dort das sonst doch eher selten zu findende Mineral
Markasit gefunden. Kirschkerngroße Butzen im Innern von Quarzdrusen waren keine
Seltenheit. Im vorderen linken Bereich wurden im gelblichen Anstehenden und auch im
Boden recht flache Drusen gefunden. Das Innenleben dieser Mandeln bestand aus einem
optisch recht attraktiven Calcit-Achat-Gemenge. Auffällig bei diesen Fundstücken war die
starke Fluoreszenz der Calcit-haltigen Bereiche: leuchtendes Rot und Grün.
Auf halber Höhe zwischen der Achatecke und der vorher erwähnten Feuerstelle, befand sich
ein kleiner Bereich, wo außergewöhnliche Achate vorkamen: nur dort konnte man die sog.
Dreieckachate finden. Dabei handelte es sich nicht um die sonst üblichen, mit Achat gefüllten
Mandeln, sondern um achatgefüllte Klüfte und Spalten. Sie weisen einen außergewöhnlichen
Farbenreichtum auf: dominierend sind kräftigstes Rot und Blau. Im Grenzbereich zwischen
Achat und umgebendem Gestein befindet sich schneeweißer Dolomit.
Nach längerer Unterbrechung, wurde 2005 der Abbau in der zentral gelegenen Wasserfall-
-Region wieder aufgenommen. Leider blieben die unter den Sammlern so heiß begehrten und
dort vermuteten/erhofften Fluorit-Funde aus. Es scheint wohl wirklich so zu sein, dass nur
eine recht kleine Zone dieses Mineral in sich verbarg. So müssen wir weiter geduldig und
sehnsüchtig nach der Stecknadel im Heuhaufen suchen. In dem in diesem Jahr abgebauten
Gestein war kein Fluorit zu finden.
Dafür wurden wir Sammler mit Funden wunderschöner Amethyst- und Rauchquarzdrusen
doch mehr als entschädigt. Leider waren viele dieser Fundstücke beschädigt, bzw. zerbrachen
beim Bergen aus dem umgebenden Gestein. Auch auf einer aufgeschütteten, großen Halde
konnte man neben wunderschönen Stücken in Handstufengröße, auch vereinzelt komplette
und unbeschädigte Drusen finden.
Unbedingt erwähnenswert sind auch die Calcitfunde. In den Drusenhohlräumen befanden sich
Calcitkristalle der unterschiedlichsten Formen und in vielerlei Farben. Kristall-Gruppen, aber
auch Einzelkristalle die Pampelmusen-Größe erreichten, waren keine Seltenheit und oftmals
der (wirklich nicht traurige) Rest einer ehemals prächtigen Amethyst- oder Rauchquarzdruse.
Oftmals waren die Calcite bewachsen mit bis zu 1cm langen, weißen Harmotom-Kristallen
Seltener waren in diesem Bereich auch Achate zu finden. Anfänglich, im vorderen Bereich,
dominierte die braun-rote Farbgebung, in den mittleren und hinteren Bereichen dagegen die
rötlichen und weißen Farbtöne. "Reiner" Achat war seltenst zu finden, meistens wechselten
sich Zonen von Achat, Quarz und/oder Amethyst/Rauchquarz ab. Somit entstand oftmals ein
recht interessantes und attraktives Bild. Relativ häufig findet man in diesen Wasserfall-Achaten auch Bereiche in denen der sog. Wegeler-Effekt zu beobachten ist.
Jedes Jahr liefert ein weiterer Bruchbereich interessante Funde. Alleine die Nennung des
Begriffes Hungerwand lässt so manchen Sammler unruhig und ungeduldig werden.
Gerade diese Ungeduld und bei manchem Sammler-Kollegen auch die Gier nach Stücken von
dort erschwert es uns redlichen Sammlern das Sammeln dort doch erheblich.
Manches unverständliche Tun einiger "Sammler" hatte im Jahr 2005 zur Folge, dass nach
wenigen Sammeltagen, das Mineralien-Suchen in diesem Bruchbereich generell verboten war.
Gerade im dem Jahr schmerzte dies sehr, denn unzählige exzellente Mineralienstufen und
komplette Drusen gingen durch den Brecher und konnten nicht geborgen werden.
Gleich wie, es wurde im diesem Frühjahr und im Herbst dort wieder gesprengt. Verglichen
mit den Jahren zuvor waren die Funde an der Hungerwand aber heuer eher spärlich gesät.
Warum diese Fundregion so interessant ist zeigen folgende Funde:
2004: Erythrin
Erstfund für den Stbr. Juchem; Sammlerkollege Th. Brezinova; beschrieben LAPIS 4/2004
April 2005 weitere Funde von u.a., Sammlerkollegen Harjo Neuskens
2004: Baryt
Lose Baryt-Tafeln in einer Quarzdruse; beschrieben LAPIS 10/2004
2005: Bleiglanz
Erstfund wurde von Sammlerkollegen R. Hoffmann-Rohde in der Lapis-
-Ausgabe 8/2000 beschrieben.
Fund 2005, H. Fuß; kleiner Würfel auf Quarz-xx-Matrix.
2006: Bitumen
Drusenhohlraum von orangegroßen Quardrusen war völlig ausgefüllt von
Bitumen. Nach Entfernen der ölig, schwarz-braunen Masse, kamen braune, äußerst
hochglänzende Calcit- Skalenoeder- und Blättercalcitaggregate zum Vorschein.
Wie vielfach veröffentlicht - siehe VFMG, Mineralien - Welt und LAPIS - besteht seit einigen
Jahren eine Sammelbeschränkung. Wie fast überall, so uferte das Tun einiger sog.
"Sammler"
dermaßen aus, dass durch dieses unvernünftige Verhalten der Steinbruch-Betrieb in
erheblichen Maße behindert und gestört wurde. Es war somit unumgänglich, dass eine
Regelung geschaffen werden musste.